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Deutsche Telekom: Tarifrunde 2026
ver.di setzt deutliche Entgeltsteigerung durch!
Tarifergebnis
Deutsche Telekom: mehr Entgelt, mehr Schutz, mehr Anerkennung, mehr Solidarität
In der Tarifrunde für die bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Telekom haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde in Frankfurt/Main ein Tarifergebnis erzielt, das deutliche Entgeltsteigerungen, eine Verlängerung des Kündigungsschutzes und erstmalig einen Mitgliederbonus enthält.
„Mehr Geld, mehr Schutz, mehr Anerkennung, mehr Solidarität – das ist ein Vierklang, mit dem wir zentrale Ziele in dieser Tarifrunde erreichen konnten“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. „Ohne die starke Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen wäre das so nicht möglich gewesen.“
„Die Verlängerung und Ausweitung (auf weitere Gesellschaften) des Schutzes vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2028 bietet in Zeiten der digitalen Transformation mehr Sicherheit für die Beschäftigten; das war uns wichtig“, so Sauerland weiter. „Daneben konnten wir eine solide Entgeltsteigerung vereinbaren, bei der die Einkommen in drei Stufen dauerhaft erhöht werden.“ Im Ecklohn mit rund 55.000 Euro jährlich bedeute dies beispielsweise eine Erhöhung um 8,5 Prozent. In Einkommensgruppen, die darunter liegen, wirke die vereinbarte Erhöhung noch stärker, in darüber liegenden Einkommen allerdings etwas schwächer.
„Mehr Solidarität wird durch das Zusammenwachsen bisher gespaltener Tarifbereiche erreicht“, so Sauerland weiter. Die Telekom-Gesellschaften PVG und DT SE würden nicht nur in das Ergebnis integriert, sondern es würden auch die unterschiedlichen Laufzeiten angepasst. „Endlich wächst wieder zusammen, was zusammengehört.“
„Der zentrale Meilenstein ist die erstmalige Umsetzung eines exklusiven Mitgliederbonus für ver.di-Mitglieder“, so Sauerland. „Das ist ein überfälliges Zeichen der Anerkennung für Beschäftigte, die sich engagieren und so die innerbetriebliche Demokratie sowie den kollegialen Zusammenhalt stärken.“
Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis unter anderem folgende Regelungen vor:
- Zum 1. August 2026 wird das zusätzliche Monatsentgelt für alle Tarifbeschäftigte (Teilzeitkräfte anteilig) von derzeit 190 Euro um 150 Euro auf dann 340 Euro erhöht.
- Zum 1. Juli 2027 erfolgt eine weitere Erhöhung um 140 Euro auf 480 Euro.
- Zum 1. Juni 2028 gibt es eine Steigerung der Tabellenentgelte in Höhe von 2,4 Prozent.
Auszubildende der Telekom
Die Vergütungen für die Auszubildenden und dual Studierenden werden ebenfalls in drei Schritten zu denselben Zeitpunkten erhöht, und zwar im ersten Schritt um 4,1 Prozent, im zweiten Schritt um 3,3 Prozent und im dritten Schritt um 2,4 Prozent. Damit ergeben sich für Auszubildende monatliche Erhöhungen von 132 bis 148 Euro, und für dual Studierende von 148 bis 165 Euro.
Sonstige Vereinbarungen
Betriebsbedingte Kündigungen werden für die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags (33 Monate bis 31. Dezember 2028) ausgeschlossen. Der Kündigungsschutz gilt auch für die Telekom-Unternehmen DT SE und PVG, deren Tarifvertragslaufzeiten mit denen des Gesamtkonzerns harmonisiert werden und die in künftigen Tarifrunden gleichziehen. Zudem gibt es eine deutliche Erhöhung der Vergütungen für Rufbereitschaft und Herbeirufen. Daneben wurde die Verlängerung der Ende 2026 auslaufenden Arbeitgeberzuschüsse für vorhandene Lebensarbeitszeitkonten in Höhe von 350 Euro vereinbart.
Mitgliederbonus für ver.di-Mitglieder
Tarifbeschäftigte, die zum Stichtag 28. Mai 2026 ver.di-Mitglied sind, erhalten in diesem Jahr einen einmaligen Mitgliederbonus in Höhe von 440 Euro; sind sie Ende 2028 weiter ver.di-Mitglieder, erhalten sie einen weiteren Bonus in Höhe von 220 Euro. Auszubildende und dual Studierende, die ver.di-Mitglied sind, erhalten einen Mitgliederbonus in Höhe 240 Euro.
Fortgang der Tarifrunde 2026
ver.di wird nun bis Mitte Juni eine Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis durchführen. Die ver.di-Tarifkommission hat dem Tarifergebnis einstimmig zugestimmt und empfiehlt den Mitgliedern die Annahme des Tarifergebnisses. Auf ihrer Sitzung am 19. Juni 2026 wird die ver.di-Tarifkommission mit Blick auf die Befragung final über das Tarifergebnis entscheiden.
Quelle: Pressemeldung ver.di
Deutsche Telekom: Tarifrunde 2026
ver.di fordert deutliche Entgeltsteigerung
Am 13.03.2026 haben wir alle Tarifbotschafterinnen und Tarifbotschafter in einer zentralen Info-Session über die Beschlussfassung der Forderungen zur Tarifrunde 2026 informiert.
Mit dieser Mail senden wir dir die zugesagte Tarif-Information.
Wir gehen mit einer klaren Zielsetzung in die Tarifrunde 2026. Tariflohnentwicklung ist Inflationsschutz, Teilhabe an Unternehmenserfolgen und zugleich Stütze wirtschaftlichen Wachstums!
An dieser Stelle richten wir unseren Dank an alle Tarifbotschafter*innen, die in den letzten 7 Wochen insgesamt gut 15.000 Forderungsinterviews geführt und damit für eine breite Meinungsbildung zu unserer Tarifrunde gesorgt haben.
Die Forderungen stehen fest. Jetzt gilt es, unseren Fokus auf die Verhandlungen und die Durchsetzung unserer Forderungen zu richten.
Am 13. April starten die Verhandlungen in Bonn.
Gut 15.000 Forderungsinterviews zeigen Bedürfnisse der Beschäftigten deutlich, Tarifkommission beschließt
Forderungen zur Tarifrunde 2026, Entgelttarifverträge gekündigt; Verhandlungstermine stehen fest.
Gut 15.000 Kolleg*innen haben sich an den Forderungsin-terviews beteiligt und ihre Erwartungen an die Telekom Ta-rifrunde geäußert. Über 10 Stunden hat die ver.di Tarifkom-mission die Forderung für die Tarifrunde 2026 im Telekom-Konzern diskutiert. Dabei hat sich die Tarifkommission inten-siv mit den Ergebnissen der Forderungsinterviews befasst, die durch die Tarifbotschafter*innen seit Mitte Januar mit den Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Konzerngesell-schaften geführt wurden.
Die Kolleginnen und Kollegen haben uns ein sehr klares Bild gezeichnet und die Erwartung an die Telekom formuliert. Be-lastungen durch gestiegene Preise (insbesondere für Lebens-mittel, Kraftstoffe und Energie) abzufangen, gewerkschaftli-ches Engagement zu honorieren und verlässliche Perspekti-ven in der Transformation, standen im Mittelpunkt der ge-führten Gespräche.
In der Tarifkommission wurde neben den Ergebnissen der Forderungsinterviews auch das wirtschafts- und tarifpoliti-sche Umfeld, die Herausforderungen der TK-Branche sowie die Leistungsfähigkeit der Telekom betrachtet. Auch die zu-sätzlich drohenden Inflationsrisiken und Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern durch den Angriff auf den Iran wurden diskutiert.
Weiterhin hat die Tarifkommission aus allen ver.di Landes-fachgruppen sowie der Bundesjugendfachkommission zent-ralen Jugendgremium der Fachgruppe Forderungsempfeh-lungen erhalten, die ebenfalls in die Diskussion eingeflossen sind.
Forderungen zur Tarifrunde 2026
- Allgemeine Entgelterhöhung im Volumen von 6,6 Prozent. Dies beinhaltet sowohl die Erhöhung der Ta-bellenentgelte und des ZuMos in Kombination als auch die Erhöhung der individuellen Entgelte.
- Zusätzlich die Einführung eines ver.di Mitgliederbo-nus in Höhe von monatlich 55 Euro. Dies entspricht jähr-lich 660€.
- Erhöhung der Vergütung der Auszubildenden und Dual Studierenden um 120 Euro je Monat
Zusätzlich die Einführung eines ver.di Mit-gliederbonus für Azb/DuSt in Höhe von monatlich 20 Euro. Dies entspricht jährlich 240 Euro.
- Laufzeit 12 Monate
Gesprächsbedarf zum Thema „Magenta Zukunft“ der Beschäftigten
ver.di sieht die Telekom verpflichtet, den Beschäftigten Schutz und Sicherheit, sowie Perspektiven und Entlastung in Zeiten der Transformation zu gewähren
Der Gesprächsbedarf umfasst ebenso den Aus-schluss betriebsbedingter Beendigungskündi-gungen, wie die Verantwortung der Telekom auch jungen Menschen Perspektiven zu geben
Zur Entlastung sollte auch über eine Erhöhung und Verlän-gerung der auslaufenden LazKo-Prämien gesprochen wer-den
Entgelttarifverträge bereits im Februar gekündigt
Die ver.di Tarifkommission hatte im Vorfeld der Sitzung auch die Kündigung der Entgelttarifverträge der unten aufgeführ-ten Gesellschaften, sowie die vergütungsrelevanten Regelun-gen für Auszubildende und Dual Studierende beschlossen.
Der Kündigung vorangegangen war eine Analyse der bishe-rigen Aktivitäten in den einzelnen Unternehmen im Rahmen der Forderungsdiskussion zur Tarifrunde 2026.
- Deutsche Telekom AG
inkl. Vergütungstarifvertrag für Auszubildende, sowie Entgeltregelungen für Dual Studierende
- Telekom Deutschland GmbH
- Deutsche Telekom Technik
damit auch relevant für die Tarifverträge der PASM und DT Tiefbau
- Deutsche Telekom Service
- Deutsche Telekom ISP
- Deutsche Telekom Geschäftskunden
- Deutsche Telekom IT
- Deutsche Telekom Security
- Deutsche Telekom MMS
- Deutsche Telekom IoT
- DeTeFleet Services / Telekom Mobility Solutions
- Deutsche Telekom Privatkunden GmbH
- Deutsche Telekom Services Europe
Die Kündigung der ETV der T-Systems erfolgte noch nicht. Diese sind erst Ende 2026 kündbar.
Einigung zur Verhandlungsstruktur
Bereits seit November waren ver.di und die Deutsche Tele-kom AG in Gesprächen, um die Verhandlungsstruktur zur Tarifrunde 2026 zu klären. Beide Seiten waren sich einig, dass eine Situation wie 2024, in der bis in die zweite Verhandlungsrunde unklar war, über welche Unternehmen eigentlich offiziell verhandelt werden soll, in diesem Jahr vermieden werden sollte. Dennoch sind dieselben Konfliktlinien wie in 2024 erkennbar. Wie damals war die Arbeitgeberseite auch diesmal nicht bereit, Verhandlungen über die Anpassung der Laufzeiten aller Konzerngesellschaften sowie eine Einbeziehung der T-Systems in die Verhandlungen im Frühjahr zuzusagen.
Im Februar konnte dennoch ein Papier über gemeinsame Verhandlungen vereinbart werden. Diese Vereinbarung ori-entiert sich an der Struktur der Tarifrunde 2024 und beinhal-tet, dass alle Unternehmen mit Kündigungsdatum 31.03.2026 (ETV) unmittelbar in die gemeinsamen Verhandlungen einbezogen werden. Wie bereits 2024 enthält die Vereinbarung für die Tarifrunde 2026 die Möglichkeit, dass durch schriftliche Erklärungen beider Tarifvertragsparteien auch weitere Gesellschaften, die jetzt nicht unmittelbar Bestand-teil sind, in die Verhandlungen mit einbezogen werden können.
Damit ist die grundsätzliche Verhandlungsstruktur klar. Die Einbeziehung der DT PVG, DT SE sowie der T-Systems wird im Rahmen der Tarifverhandlungen thematisiert und beant-wortet werden müssen.
Parallel zur Verhandlungsvereinbarung wurde auch eine Ver-einbarung über ein gemeinsames Schlichtungsverfahren der in die gemeinsamen Verhandlungen einbezogenen Unter-nehmen getroffen.
Durchsetzungsphase startet jetzt
Mit der Arbeitgeberseite sind vier Verhandlungstermine vereinbart.
- Der erste findet am 13. April in Bonn statt.
- Der zweite am 27. April in Siegburg.
- Weitere Verhandlungstermine sind für den 11./12. Mai und 26./27. Mai geplant.
Die Tarifkommission hat eine selbstbewusste und starke For-derung zu dieser Tarifrunde aufgestellt und beschlossen. Dafür werden wir jetzt in allen Unternehmen im Konzern strei-ten. Unsere Ziele werden wir aber nur erreichen, wenn jetzt viele Kolleginnen und Kollegen sich aktiv in die Tarifrunde einbringen. Die Möglichkeiten dazu werden wir mit dem Tag der ersten Verhandlungsrunde in den Betrieben organisieren.
Macht mit und damit die Tarifrunde Telekom 2026 zu eurer Tarifrunde.
Quelle: Website von ver.di vom 13.03.2026 Nr. 04 / 13.03.2026
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Red 20260313